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Internationalisierungsstrategie der Universität zu Köln

 

Inhalt

 

 

Präambel

Internationalität von Studium, Lehre und Forschung gehört von jeher zum Selbstverständnis der Universität zu Köln (UzK).

Als traditionsreiche, forschungsstarke Universität ist die UzK eingebunden in internationale Forschungskontexte und pflegt als eine der größten und ältesten Hochschulen Europas seit Jahrzehnten den internationalen akademischen Austausch von Studierenden und WissenschaftlerInnen. Dank ihres ausgezeichneten internationalen Renommees verfügt die UzK über ein gut etabliertes, weltumspannendes internationales Netzwerk mit mehr als 200 Partnerschaften und Forschungskooperationen.

Dieses Netzwerk auszubauen sowie Strategien und Instrumente zu entwickeln, um es auf allen Ebenen des akademischen Lebens fruchtbar zu nutzen, steht im Mittelpunkt der Internationalisierungsbestrebungen der UzK. Internationalisierung versteht die UzK daher als zentralen Baustein ihrer strategischen Entwicklung und als Querschnittsaufgabe, an der von der Hochschulleitung über die Fakultäten mit ihren WissenschaftlerInnen und Studierenden bis hin zu den einzelnen Fachabteilungen der Verwaltung alle Einheiten der Universität gemeinsam arbeiten und teilhaben.

Dieser Auffassung liegt die Überzeugung zugrunde, dass Weltoffenheit und Interkulturalität in der heutigen Welt Grundvoraussetzungen für den Erfolg in nahezu allen gesellschaftlich relevanten Bereichen sind und dass Institutionen im Bereich von Bildung und Wissenschaft im besonderen Maße gefordert sind, gesellschaftliche Verantwortung im globalen Kontext zu übernehmen. 

Während Forschung zunehmend unter dem Druck des internationalen Vergleichs steht und Spitzenresultate in der Forschung hauptsächlich im Rahmen internationaler Zusammenarbeit zu erreichen sind, gilt es Studium und Lehre umfassend zu internationalisieren, um die Studierenden auf eine zusammenrückende Welt der grenzüberschreitenden Herausforderungen vorzubereiten und ihnen eine auf dem globalen Arbeitsmarkt konkurrenzfähige Ausbildung zu ermöglich

 

Internationalisierungsziele

Die UzK ist eine global orientierte Forschungsuniversität. Sie sucht die Zusammenarbeit mit den besten Wissenschaftlern/innen weltweit und wirbt um die besten Studierenden und Doktorand/innen aus aller Welt. Ihnen wollen wir optimale Bedingungen und bestmögliche Unterstützung bieten. Nachhaltige Internationalisierung muss daher alle Bereiche der Universität durchdringen. Wir möchten Internationalität im gesamten akademischen Lebens verankern: In den Fakultäten, bei Studierenden und Forschenden und in den Servicebereichen.


Vor diesem Hintergrund verfolgt die UzK folgende Internationalisierungsziele:
 

1. Internationalisierung der Forschung

Erfolgreiche Forschung braucht internationale Partner – bei transnationalen Forschungsgegenständen, zum regelmäßigen Austausch aktueller Ergebnisse, zur arbeitsteiligen Kooperation, zur Erzeugung von Synergien und zur Einwerbung von Drittmitteln für gemeinsame Forschungsprojekte. Die UzK will dauerhaft als eine weltweit führende Forschungsuniversität wahrgenommen werden und nutzt dazu adäquate Maßnahmen.

2. Internationalisierung von Studium und Lehre

a) Forschungsnahes und berufsbezogenes Studieren muss international sein und interkulturelle Kompetenzen vermitteln, die Wahrnehmung von Diversitätsaspekten steigern, weltweite Forschungstrends widerspiegeln und von internationalen Wissenschaftskooperationen profitieren. Internationale Erfahrung wird nicht nur im Ausland erworben. 

b) Ein internationaler Campus lebt vom Austausch: Mittelfristig soll die Hälfte aller Studierenden im Laufe des Studiums einen Auslandsaufenthalt absolvieren oder in Doppelabschlussprogrammen ausgebildet werden. Zugleich möchten wir in Köln noch mehr ausländische Studierende zum erfolgreichen Studium empfangen – im Voll- und Promotionsstudium, als Austauschstudierende, in Kurzzeitprogrammen und im Rahmen von Sommerschulen oder Workshops.

3. Verbesserung der Support-Strukturen zur Internationalisierung

Die Internationalisierung von Forschung und Lehre benötigt universitäre Support-Strukturen.

a) Dazu gehören die Stärkung und Entwicklung der koordinierenden und unterstützenden Einheiten und die Internationalisierung der Verwaltung.

b) Die UzK stärkt zudem ihre internationale Präsenz und schafft so Support-Strukturen im Ausland.

 

 

Intstitutionelle Struktur

Grundlage für eine lebendige Internationalisierungsstrategie und deren erfolgreiche Umsetzung ist ein universitätsweit geteiltes und explizit formuliertes Verständnis von Internationalisierung. Die Internationalisierungsstrategie ist daher das Ergebnis eines intensiven unverstätsweiten Diskussionsprozesses, in dessen Verlauf sich gleichzeitig die Fakultäten auf Internationalisierungskonzepte zur jeweiligen fakultätsspezifischen Umsetzung der Internationalisierungsziele verpflichten.

Die zur Umsetzung notwendigen institutionellen Strukturen sowie ein System von Anreizen, Fördermöglichkeiten und finanzpolitischen Maßnahmen sind Bestandteil des Maßnahmenkatalogs zur Umsetzung dieses Strategiepapiers und werden kontinuierlich überprüft, weiterentwickelt und von der HRK (Internationalisierungs-Audit) begleitet.

Für die Internationalisierung verfügt die Universität zu Köln über eine sowohl in der Universitätsleitung als auch in den Fakultäten und in der Verwaltung verankerte institutionelle Struktur, an deren Spitze das Prorektorat für Internationales koordiniert. 

Das Prorektorat wird durch das International Office mit seinen Serviceangeboten für Studierende sowie Wissenschaftler/innen, dem Welcome Center und den Auslandsbüros unterstützt. Für ausgewählte Regionen beruft das Rektorat aus dem Kreis der ProfessorInnen BotschafterInnen, um die Präsenz vor Ort zu stärken.

Die fakultätsspezifischen Internationalisierungskonzepte werden von den Fakultäten festgelegt und in den eigens dort installierten Zentren für Internationale Beziehung umgesetzt. Zur fakultätsübergreifenden Koordination und Kommunikation der internationalen Aktivitäten tagt regelmäßig die Kommission für Internationale Beziehungen und Öffentlichkeitsarbeit.

 

 

Maßnahmen zur Zielerreichung

Zur Verwirklichung der Internationalisierungsziele hat die UzK einen Maßnahmenkatalog erstellt, der 16 konkrete Aufgaben definiert. Sie sind aufeinander abgestimmt und teilweise miteinander verschränkt, sodass einige Maßnahmen mehreren Zielen dienen. Die Fakultäten spezifizieren in ihrem Internationalisierungskonzept jeweils die konkrete Umsetzung.  

 

1. Etablierung von Partnerschaftsnetzwerken
(„Global Network Partnerships“)

Mit einer begrenzten Anzahl ausgewählter Universitäten, mit denen die UzK fakultätsübergreifende Austauschbeziehungen unterhält, wird eine umfassende Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Campusmanagement aufgebaut. Im Rahmen dieser Global Network Partnerships soll eine besonders enge Vernetzung erzielt werden – z.B. durch den intensiven Austausch von Studierenden, DoktorandInnen, DozentInnen und WissenschaftlerInnen sowie Verwaltungspersonal, durch gemeinsame Lehrveranstaltungen und Studiengänge sowie durch gemeinsame Forschungsprojekte. 

 

2. Förderung von strategischen Forschungspartnerschaften in den Kernprofilbereichen
(„Strategic Research Partnerships“) 

Im Bereich der Spitzenforschung der vier Kernprofilbereiche der UzK werden besondere Partnerschaften zu internationalen, führenden Forschungseinrichtungen im jeweiligen Fachgebiet unterstützt. Mit diesen Forschungskooperationen soll die internationale Spitzenposition der Kernprofilbereiche nachhaltig gesichert und ausgebaut werden. Je Kernprofilbereich werden 2-3 strategische Forschungspartnerschaften abgeschlossen. Darüber hinaus sollen auch die sog. „Emergent Profile Areas“ derartige Forschungspartnerschaften etablieren.

 

3. Entwicklung der Planungs- und Steuerungskapazitäten, Berichtswesen 

Damit Internationalisierungsstrategien erfolgreich entwickelt und umgesetzt werden können, entwickelt die UzK ein übergreifendes Berichtswesen zur Internationalisierung. Sie baut hierfür die institutionellen zentralen und dezentralen Strukturen, aber auch ein System von Anreizen, Fördermöglichkeiten und finanzpolitischen Maßnahmen auf.

 

4. Etablierung einer Support-Struktur zum besseren Zugang zu EU-Forschungsförderprogrammen

Zukünftig werden Förderprogramme der EU, insbesondere das neue Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, ebenso internationale DFG-Projekte sowie internationale Graduiertenkollegs von Beginn an in die strategischen Forschungsplanungen der Universität einbezogen. Es wird eine Support-Struktur geschaffen, die einen besseren Zugang zu und Abwicklung von EU-Forschungsprojekten ermöglicht. 

 

5. Internationalisierung des Lehrkörpers

Die UzK wird den Anteil der ProfessorInnen aus dem Ausland sowie die Zahl der GastwissenschaftlerInnen erhöhen. Sie etabliert das „International Faculty Programm“, das künftig 10-12 hervorragenden internationalen ForscherInnen ermöglicht, für eine begrenzte Zeit, z.B. zwei Monate im Jahr über einen Zeitraum von mehreren Jahren, an der UzK in Forschung und Lehre zu arbeiten. Den GastprofessorenInnen dieses International Faculty-Programms werden passgenaue Verträge angeboten, die im Unterschied zu den gängigen Gastprofessurmodellen auch die Einbringung von Prüfungs- und Lehrleistungen vorsehen.

 

6. Einarbeitung von Internationalisierungsoptionen in alle Lehrpläne

Für alle Studiengänge werden Internationalisierungsoptionen innerhalb der zu erbringenden Studienleistungen festgelegt. Dazu kann neben Auslandsaufenthalten auch die Teilnahme an fremdsprachigen Veranstaltungen, an internationalen Workshops oder an Sommerschulen zählen. Im Rahmen der Modellakkreditierung wird ein Instrument zur einheitlichen Beschreibung des Internationalisierungsgrades von Studiengängen zur Verfügung gestellt werden.

 

7. Internationalisierung der LehrerInnenausbildung

Angesichts des hohen Anteils des Lehramtes hinsichtlich der Studiengänge und Studierenden an der UzK kommt der Internationalisierung der LehrerInnenausbildung eine besondere Bedeutung zu. Das Zentrum für LehrerInnenbildung wird in Zusammenarbeit mit den Fakultäten, dem International Office und den ZiBs die Internationalisierung der LehrerInnenausbildung zu einem Profilmerkmal der UzK ausbauen.

 

8. Entwicklung /Stärkung bestehender stark internationalisierter Studiengänge

Die UzK wird die Zahl der stark internationalisierten Studiengänge (z.B. Doppelabschlussprogramme) erhöhen, um noch mehr Studierenden internationalen Studienerfahrungen anbieten zu können. 

 

9. Entwicklung eines Angebots englisch- bzw. fremdsprachiger Veranstaltungen 

Englisch- bzw. fremdsprachige Angebote richten sich gleichermaßen an deutsche Studierende wie an ausländische Studierende. Die Fakultäten werden, im Rahmen der Möglichkeiten,  ihr fremdsprachiges Lehrangebot, z.B. durch „english tracks“, ausweiten bzw. konsolidieren. Das fremdsprachliche Angebot wird durch Lehrveranstaltungen des International Faculty Programms sowie durch den DozentenInnenaustausch und die gemeinsamen Lehrveranstaltungen mit den Global Network Partners ergänzt.

 

10 . Ausbau der internationalen Partnerschaften zur Steigerung des Auslandsstudiums 

Neben internationalen Studiengängen wird auch die traditionelle Form des Studierendenaustauschs weiter ausgebaut: durch Schaffung von Strukturen, auf denen ein Austausch möglich ist, durch neue Austauschverträge, durch den Ausbau bestehender Austauschbeziehungen und durch den Aufbau von Kurzzeitprogrammen zum gegenseitigen Austausch.

 

11 . Weitere Verbesserung im Bereich des AusländerInnenstudiums

Die UzK zieht als attraktiver Studienstandort viele Studierende aus dem Ausland an. Sie ist bestrebt, für die internationalen Studierenden die bestmöglichen Bedingungen für ein erfolgreiches Studium zu schaffen. Daher arbeitet die UzK an einer Ausweitung von „Studienstart International“, der strukturierten Studienzugangsphase für grundständige Studierende aus Drittstaaten, die gleichzeitig die Öffnung des Hochschulzugangs auf der Grundlage des neuen § 49 Abs. 9 HG NRW ermöglicht. Zugleich werden die Betreuungsangebote für ausländische Studierende und Promovierende im International Office in Zusammenarbeit mit den Fakultäten verbessert.  Weiterhin diversifiziert der Lehrbereich „Deutsch als Fremdsprache“ sein Kursangebot für die verschiedenen Zielgruppen und führt in Ergänzung zu Punkt 11 ebenfalls Sommerschulen durch.

 

12 . Aufbau eines umfassenden Systems von Sommerschulen

Kurzzeitprogramme sind international sehr gefragt. Die UzK wird im Zuge der Internationalisierung des Campus regelmäßig (fachliche/thematische und sprachliche) Sommerschulen durchführen, um mehr internationalen Studierenden Kurzaufenthalte in Köln und im Rahmen von Austauschverträgen mehr Kölner Studierenden Plätze in Sommerschulprogrammen an ausländischen Partnerhochschulen anbieten zu können. 

 

13 . Internationale Alumni-Arbeit 

Die internationale Alumni-Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil zur Stärkung der internationalen Präsenz und ein wertvolles Instrument der  Netzwerkbildung. Der Bereich „KölnAlumni WELTWEIT“ soll daher ausgebaut, die Zahl der Regionalclubs erhöht und die Zusammenarbeit mit „KölnAlumni – Freunde und Förderer der Universität zu Köln e.V.“ gestärkt werden.

 

14 . Entwicklung des International Office und der ZiBs, Internationalisierung der Verwaltung und der dazugehörigen Strukturen

Internationalisierung braucht Strukturen und Personal. Mit wachsenden Aufgaben wachsen  auch der Personalbedarf und die Notwendigkeit zu Koordination und Kommunikation. Die Entwicklung des International Office und der Zentren für internationale Beziehungen wird an den Bedarf im Hinblick auf die Internationalisierung angepasst und Maßnahmen zur noch stärkeren Zusammenarbeit etabliert. 

 

15 . Entwicklung eines professionellen internationalen Marketings

Die Weiterentwicklung einer weltweiten Öffentlichkeitsarbeit und internationaler Marketinginstrumente und –strategien in regionalen Schwerpunkten ist ein Nahziel der UzK. Neben einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Webpräsenz auch im Sinne durchgängiger Mehrsprachigkeit und der Bereitstellung von englischsprachigen Informationsmaterialien gehören hierzu vor allem eine internationale Recruitment-Strategie, die Professionalisierung weltweiter Messeauftritte, der Ausbau der Aktivitäten der bestehenden Auslandsbüros, ggf. die Eröffnung von Auslandsbüros in den Zielregionen Afrika und Lateinamerika und bei Bedarf die Ernennung weiterer „UzK-BotschafterInnen“.

 

16 . „Interkulturalität zu Hause“ 

Der UzK ist der Wissenstransfer zum Thema „kulturelle Diversität“ in die Gesellschaft ein hohes Anliegen. Sie ist bestrebt, allen ihren Mitgliedern und Angehörigen durch spezielle Angebote interkulturelle Kompetenz und Erfahrung zu vermitteln. Damit die internationale und interkulturelle Begegnung allen Akteuren der Universität zum Regelfall wird, wird auch die Internationalisierung des Verwaltungspersonals gefördert durch Maßnahmen wie Sprachkurse, interkulturelle Trainings, Hospitationen an ausländischen Partnerhochschulen und durch die Einbringung von Internationalisierungsaspekten in möglichst vielen Prozessen und Bereichen, insbesondere auch der Weiterbildung und Personalentwicklung.